Imkerverein Wiehl
         Mitglied im Imkerverband Rheinland e.V.
 

Wie werde ich Imker ?


Diese Frage kann man nicht in einem Satz beantworten und sicherlich gibt es hierzu auch unterschiedliche Antworten, Meinungen und letztlich auch Gründe.

Sicher ist aber, das man sich für eine intakte Umwelt und deren Erhalt interessieren sollte und das man bereit ist, einen gewissen Zeitraum seiner Freizeit für dieses interessante Hobby zu widmen.

Der Einfachheit halber möchte ich hier meine Geschichte erzählen, wie ich zu Imkerei gekommen bin.

Begonnen hat es damit, das ich im Herbst 2005 einige Artikel über die Imkerei in der örtlichen Presse gelesen hatte. Hier wurde mein Interesse geweckt und die Idee setzte sich fest, wenn ich einmal Rentner bin, könnte dies auch mein Hobby werden. Anmerken muss ich, das ich zu diesem Zeitpunkt gerade mal 53 Jahre alt war eine glückliche Familie mit drei Kindern hatte und durch meinen Beruf und die damit verbundenen Auslandsreisen mehr als ausgelastet war.

Meine Frau meinte nur, ich hätte ja noch was Zeit und könnte mir das in Ruhe überlegen. Begeisterung klang anders.

Anfang des neuen Jahres dann erschien ein weiterer Artikel über die Bienen, gleichzeitig mit dem Hinweis auf eine Informationsveranstaltung über die Imkerei beim Bienenzuchtverein in Bechen.

Zum angekündigten Termin in Bechen fuhr ich mit dem ausdrücklichen Hinweis meiner Frau, bitte ohne Bienen wieder zu kommen.

Die Veranstaltung fand im Saal einer Gaststätte statt und mit mir waren ca. 80 weitere Interessierte oder Neugierige gekommen.

Als Referentin hatte man Frau Dr. Pia Aumeier von der Ruhruniversität gewinnen können und ich lauschte gebannt ihren Ausführungen.Das Interesse an der Imkerei wuchs von Stunde zu Stunde.

Am Ende des Tages kehrte ich mit verschiedenster Literatur beladen und einen Imkerkurs unterschrieben nach Hause zurück und war meiner Familie eine entsprechende Erklärung schuldig, die ich mir auf der Heimfahrt zurecht gelegt hatte.

Von Februar 2006 an fand dann im 4 Wochen Rhythmus der Imkerlehrgang statt und bereits im Mai kaufte ich mir bei einem Imker zwei kleine Bienenvölker um das Gelernte direkt auch anwenden zu können. Learning by doing.


Verschweigen möchte ich hier auch nicht, das meine Kolleginnen und Kollegen im Betrieb des öfteren lachend 

das Büro verließen wenn ich nach einigen Bienenattacken mit verquollenem Gesicht zur Arbeit erschien und 

einmal musste ich sogar eine geplante und schon gebuchte Auslandsreise kanzeln weil meine Augenpartie nicht

mehr mit dem Foto im Reisepass identisch war. Was ich auch nicht berücksichtigt hatte, bzw in Unkenntnis 

der neuen Materie stiegen die Kosten für die Erstausrüstung doch schnell in den Bereich von mehreren hundert

Euro und das ohne Schleuder.

Im Laufe des Sommers hatte mich der „Bienenvirus“ voll gepackt und ich hatte ein wirkliches Hobby, wo ich auch 

nach einem stressigen Arbeitstag ausspannen und relaxen konnte.

Das ruhige Arbeiten an den Bienen nahm mir den Alltagsstress und gab mir neuen Einblick in die Natur.

Der Imkerlehrgang schloss mit einer kleinen theoretischen Prüfung ab und anschließend habe ich zur weiteren

Vervollständigkeit meines Wissens noch einen Honiglehrgang besucht.

Heute nach 14 Jahren habe ich, da ich mittlerweile Rentner bin mehr Zeit und genieße das Hobby um so 

mehr. Inzwischen hat auch meine Familie das Hobby akzeptiert und heute stehen 22 Völker nahe beim Haus.

Langeweile gibt es nicht und erworbene Routine wechselt häufig mit neuen Erfahrungen. Bienen lassen sich 

nicht in ein festes Klischee pressen. Bienen leben in und mit der Natur und passen sich der Witterung an.

So ganz nebenbei habe ich mit meinem Hobby vielen meiner Kunden, insbesonderes in Asien imponiert. Gerade in China und Indien kamen bei geschäftlichen Treffen und den damit verbundenen Essen immer Fragen nach Familie, Urlaub oder Hobbys aufs Tablett und wenn ich dann von meinem Hobby der Imkerei erzählte, hatte ich immer die Aufmerksamkeit aller.  Ich habe mir dann mit der Zeit einige Fotos auf mein Handy oder I-Pad geladen und wenn ich dann gar noch ein paar Kostproben von meinem Honig verteilt habe waren die anschliessenden                                         Mit zwei kleinen Völkern hat es angefangen.

Vertragsverhandlungen meistens schon Nebensache. So verbindet ein interessantes Hobby nicht nur über Grenzen

sondern über ganze Kontinente.


Mein Hobby teile ich heute mit vielen Kolleginnen und Kollegen  aus dem Imkerverein und gerne gebe ich mein Wissen an Jungimker und solche die es werden wollen weiter.

So wurde ich vor drei Jahren von einem jungen Ehepaar angesprochen, ob ich nicht in ihrem Garten einige Bienenvölker aufstellen könne. Voraussetzung sei aber, das sie mir bei meiner Arbeit über die Schulter schauen dürfen.

Gerne bin ich diesem Wunsche nachgekommen. Die beiden haben mich bei allen Kontrollen begleitet und bereits nach drei Monaten haben sie selbst an den Bienenvölkern gearbeitet.

Im Herbst kauften sie dann bei mir zwei Ableger und haben auf mein Anraten hin im darauf folgenden Frühjahr einen Imkerlehrgang auch in Bechen bei Frau Dr. Aumeier gebucht.

Heute, ein weiteres Jahr später zählen sie vier Völker ihr Eigen und sind froh, so ein interessantes Hobby entdeckt zu haben.

Grundsätzlich sollte man aber, bevor man sich diesem Hobby widmet, bedenken, das man eine Verantwortung gegenüber den Insekten / Tieren hat und das man gewisse Regeln und Vorschriften beachten muss.

Letztlich sollte man sich auch vor Beginn darüber im klaren sein, das dieses Hobby, wie andere auch, mit entsprechenden Kosten verbunden ist und das man hier in der Pflicht steht und nicht, wenn es einem leid wird die Bienen sich selbst überlassen kann.


 In unserem Imkerverein sind zwei Kolleginnen, die als Lehrerinnen an einer Förderschule mit Kindern und                     Jugendlichen arbeiten. Aus ihrem Hobby heraus haben sie an der Schule eine Imker AG gebildet und bringen so den     Kindern und Jugendlichen das interessante Hobby und den nahen Bezug zur Natur bei.

 Andere mir bekannte Imkerinnen und Imker haben das Hobby von ihren Vätern oder Großvätern übernommen und         führen die Imkerei bereits in der 3. oder 4. Generation.

 Sie sehen, es gibt viele Möglichkeiten Imker zu werden. Gerne helfen Ihnen die Kolleginnen und Kollegen aus               unserem Imkerverein weiter.

 Kommen Sie einfach mal zu unseren monatlichen Treffen oder sprechen Sie einen   Ihnen bekannten Imker an. Wir alle möchten unser Wissen und das Hobby der   Imkerei  gerne mit Ihnen teilen.









Heute stehen 22 Völker nahe beim Haus.