Imkerverein Wiehl
         Mitglied im Imkerverband Rheinland e.V.
 


Imkerzubehör vom Discounter ?

Als Imkerverein machen wir uns Sorgen.


Vor einigen Wochen hat es ein allen bekannter Discounter vorgemacht : In Verbindung mit Honig im Glas des Deutschen Imkerbundes wurden Zubehörteile wie Beuten, Smoker u.a.m. zu Tiefstpreisen angeboten.

Auf den ersten Blick eine Verlockung für erfahrene Imker aber auch ein Fingerzeig an solche, die sich berufen fühlen, etwas für die Umwelt und gegen das Insektensterben tun zu müssen.

Erfahrene Imker und dazu zählen die über 80 Mitglieder des Imkerverein Wiehl , sehen solche Marketing Aktionen sehr skeptisch und fürchten, das hier nichtkundige der Imkerei aus falschem Ergeiz heraus handeln und der Imkerei aber auch anderen wildlebenden Insekten ein nicht wieder gut zu machender Schaden zugefügt werden kann.

Nur um klar zu stellen : Die Discounter handeln nicht ungesetzlich. Die verkaufen, was der Markt fordert und handeln frei nach dem Slogen : Geiz ist geil.


Das die Befürchtungen der Imker nicht unbegründet waren zeigt jetzt das Angebot eines weiteren „Billig Discounter“ der wiederum Beuten billigster und einfachster Ausführung für interessierte Bienenhalter anbietet. Hier zudem mit einem Rähmchenmass das es bisher nicht gibt.

In weiterer Folge sind dann aufgrund dieser Angebote Mitglieder unseres Vereins angesprochen worden, wo man denn die erforderlichen Bienen eben für diese „ Kisten „ herbekommen könnte.

Denn noch kann man, Gott sei es gelobt, Bienen nicht beim Discounter kaufen. Noch nicht !


Obwohl auch hier das Internet die Gelegenheit bietet, Bienen nicht nur in Deutschland sondern im gesamten Ausland zu kaufen, ohne das hier nach Herkunft geschweige denn Gesundheitszeugnis gefragt wird.


Auf die dann gestellte Frage, ob man der Imkerei kundig wäre und ob man über die gesetzlichen Bestimmungen informiert sei kam die Antwort, das es ja wohl nicht so schwierig sei Bienen zu halten. Man wolle was gegen das Insektensterben tun und gleichzeitig könnte man ja auch dann den zu erwartenden Honig vermarkten.

Dem angesprochenen Imker hatte es nicht nur die Sprache verschlagen sondern wir als Imkerverein sehen uns hier in der Verantwortung entsprechende Aufklärung zu geben.

Gleichzeitig zu unserem persönlichen Engagement sehen wir hier den Kreisimkerverband , den Imkerverband Rheinland und den DIB -Deutscher Imkerbund in der Pflicht entsprechende Aufklärungen und umfassende Informationen zu geben.

Wenn man sich dem Hobby der Imkerei zuwendet, sollte man sich zuerst einmal an den örtlichen Imkerverein, in unserem Fall dem Imkerverein Wiehl ,wenden. Auf unserer Internetseite www.Imkerverein-Wiehl.de finden Sie die entsprechenden Informationen rund um die Imkerei und Kontaktdaten vielleicht auch von bekannten Imkern aus der Nachbarschaft oder Sie schicken ganz einfach eine Nachricht mit Adresse unter Kontakt. Hier kann man dann die ersten Eindrücke sammeln, kann alle Fragen rund um die Imkerei stellen und bekommt auf Wunsch einen Paten der einem den ersten Umgang mit den Bienen zeigt. Alles unverbindlich und kostenlos.

Wenn man dann weiteren Spass an diesem interessanten Hobby entwickelt, sollte man einen Kurs besuchen, wo alle Fragen rund um die Bienenhaltung bis hin zur Honiggewinnung ausgiebig behandelt werden. Der Lehrgang endet mit der Befähigung zur Imkerei.


Solche Lehrgänge werden jedes Jahr vom Bienenzuchtverein Bechen angeboten und freuen sich solcher Beliebtheit das es bereits für die nächsten Kurse Wartelisten gibt.

Spätestens nach einigen Lehrgangsstunden wird der interessierte Jungimker merken, das er mit den vom Discounter angebotenen Artikel nicht allzuweit kommt und das der Preis nicht alles ist.

Um einen vernünftigen Start mit zwei Bienenvölker hinzulegen sind neben den Bienenvölkern noch einige Materialien erforderlich. Man benötigt zwei Beuten mit je 3 Zargen einschliesslich Rähmchen und Mittelwände, Imkerbluse mit Schleier, Smoker, Stockmeissel sowie einigen anderen nützlichen Dingen und so kommt schnell eine Summe von 600,-- bis 800,-- € zusammen.

Zum erfolgreichen Imkern gehört also etwas mehr als nur eine „billige Holzkiste


Auch wird auf diesen Lehrgängen auf die rechtlichen und veterinärrechtlichen Aspekte hingewiesen. Grundsätzlich gilt es, die Gesetze und Bestimmungen der Tierhaltung, das Tierseuchenschutzgesetzes  zu beachten und letztlich müssen alle Gesetze und Bestimmungen zur Herstellung und in Verkehr bringen von Lebensmittel eingehalten werden.

Dank der grossß Öffentlichkeitsarbeit der einzelnen Imkerverein, der Verbände und der nicht zu vernachlässigenden Arbeit der Medien verzeichnen wir mittlerweile eine grosse Bienendichte der Honigbiene. Probleme bereiten den Imkern das weiter zurück gehende Trachtangebot sowie der Einsatz von Unkraut- und Insektenvernichtern. Gerade Wildbienen und andere nützliche Insekten sind durch diese Mittel stark in ihren Beständen gefährdet.

Hier hat jeder persönlich die Möglichkeit, mit einfachsten Mitteln und Maßnahmen zum Erhalt dieser Spezies beizutragen.

Das die Bienenhaltung mit einer hohen Verantwortung für die Bienen und unsere Umwelt verbunden ist sollte allen bewusst sein und darauf sollte der Erweb und das Handeln abgestimmt sein.


Dieser Artikel wurde auch an die örtlichen Presseorgane zur Veröffentlichung gegeben,

gleichzeitig erscheint eine gekürzte Fassung in der Zeitschrift Bienen und Natur.

Dietmar Ruland



Liebe Imkerkolleginnen und -kollegen,

die Bestellung des Bienenfutters für dieses Jahr ist abgeschlossen.


Mit freundlichen  Grüßen

      
Dietmar Engelberth